Israelische ZeitzeugInnen besuchen Schulen in Wien

Interessierte Wiener Schulen können sich bis 20.10. für ein Gespräch mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen am Donnerstag, 8.11. vormittags, anmelden. Ein Angebot im Rahmen des Gedenkjahres 1938-2018.

Anlässlich des Gedenkens an das Novemberpogrom von 1938 besuchen auf Einladung von Bundeskanzler Sebastian Kurz und des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Univ.Prof. Dr. Heinz Faßmann, etwa hundert aus Österreich vertriebene Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die heute in Israel leben, Wien. Einige Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erklärten sich zu Gesprächen an Wiener Schulen bereit. Die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können über Antisemitismus vor 1938, die nationalsozialistische Machtergreifung und über das Novemberpogrom berichten, aber auch über ihre Vertreibung und Flucht ins britische Mandatsgebiet Palästina, wo später Israel entstand. Dies stellt eine einmalige Chan­ce dar Schülerinnen und Schülern eine Begegnung mit aus Österreich stammenden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Israel zu ermöglichen. Gespräche wie diese sind für Schülerinnen und Schüler wertvolle Erfahrungen.

 

Mit dem „Anschluss“ im März 1938 setzte eine beispiellose Massengewalt gegen Jüdinnen und Juden ein, die im Novemberpogrom ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Die Nationalsozialisten inszenierten in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 einen angeblich spontanen Pogrom. Synagogen und Tempel wurden zerstört, es kam zu Plünderungen, Beschlagnahmungen, Hausdurchsuchungen sowie Gewaltakten, Demütigungen und Verhaftungen von Jüdinnen und Juden.

 

In Wien wurden 42 Synagogen und Bethäuser in Brand gesteckt, zerstört und verwüstet. Binnen kürzester Zeit wurden mehr als 6500 Jüdinnen und Juden verhaftet, fast 4000 wurden anschließend in das KZ Dachau deportiert. Wie viele österreichische Juden im Zuge dieser gewalttätigen Ausschreitungen von NS-Kommandos ums Leben gebracht wurden, ist bis heute nicht vollständig geklärt, auch nicht die Zahl jener, die auf dem Transport in ein KZ oder in den ersten Tagen in einem Lager starben. Viele Verzweifelte nahmen sich das Leben.

 

ZeitzeugInnen-Gespräch

Zeitzeugeninnen und Zeitzeugen besuchen am Donnerstag, 8.11.2018 von 10.30-12.30 (4. und 5. Stunde, evtl. verbleibende Zeit der 5. Stunde als Nachbereitung in den Klassen) Schulen in Wien. Sie werden von _erinnern.at_ an die Schulen begleitet, die Begleitpersonen von _erinnnern.at_ werden die Gespräche moderieren.

Für Schulen entstehen keine Kosten.

 

Anmeldung

Donnerstag 8.11., 10. .30-12.30
(4. und 5. Stunde, evtl. verbleibende Zeit der 5. Stunde als Nachbereitung in den Klassen)

Anmeldungen von Schulen in Wien ab sofort bis spätestens 20.10.2018 per E-mail an peter.larndorfer@gmail.com (Ansprechperson mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer bitte angeben).

Aufgrund des großen Interesses an diesem Angebot müssen wir weitere Anmeldungen auf die Warteliste setzen. Wir bitten um Ihr Verständnis.


Weiterführende Links:

Wie organisiere ich ZeitzeugInnen-Unterrichtsbesuche? Informationen für Pädagoginnen und Pädagogen: - Link

Lernwebsite Neue Heimat Israel: - Link

70 Jahre Israel: Eine neue Heimat für Überlebende des Holocaust aus Österreich: - Link

abgelegt unter:
Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind für Schülerinnen und Schüler wertvolle Erfahrungen
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Für viele jüdische Flüchtlinge aus Österreich wurde Israel zur neuen Heimat (hier im Bild: Jehudith Huebners erster israelischer Ausweis).
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