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Fortbildungen für Lehrkräfte

Hier finden Sie aktuelle Fortbildungsangebote für Lehrkräfte zum Thema Antisemitismus:  bereits fixierte Termine, zu denen Sie sich anmelden können, sowie Fortbildungsangebote auf Anfrage.

Prävention: Vorbeugender Unterricht

Eine vorbeugende schulische Bearbeitung von Antisemitismus befasst sich neben grundsätzlichen Fragen der pädagogischen Herangehensweise mit dem Kennenlernen der Vielfalt jüdischen Lebens, der Thematisierung von Antisemitismus und Diskriminierung, der Auseinandersetzung mit Israel/Palästina sowie der Geschichtsvermittlung zum Holocaust. Neben Wissensvermittlung sind gerade die Vermittlung von Werten und das Erlernen der Fähigkeit zum Perspektivwechsel und der Widerspruchstoleranz wichtig für die Prävention von Antisemitismus.

Solidarität mit dem Peršmanhof – Bildungsangebote nutzen und Erfahrungen teilen

Der Polizeieinsatz bei einem antifaschistischen Bildungscamp am Peršmanhof in der Südkärntner Gemeinde Bad Eisenkappel/Železna Kapla am 27. Juli 2025 lässt Menschen, die für demokratische Grundwerte einstehen und sich im Bereich der NS-Erinnerungskultur engagieren, verstört zurück. Der Lern- und Gedenkort braucht jetzt unsere Solidarität – indem wir die Bildungsangebote des Društvo/Verein Peršman nutzen und unsere bisherigen Erfahrungen damit teilen.

Information: Hintergrundwissen für Lehrpersonen

Unter antisemitismuskritische Bildungsarbeit versteht man pädagogischen Konzepte, die antisemitische Denkmuster, Erscheinungsformen, Funktionen und strukturelle Mechanismen thematisieren. Antisemitische Denk- und Handlungsmuster werden nicht ausschließlich als individuelles, sondern ebenso als strukturelles und gesamtgesellschaftliches Phänomen verstanden.

Prävention: Bildungsangebote für Schule und Lehrkräfte

Prävention von Antisemitismus im schulischen Kontext bedeutet, das Thema im Unterricht vorbeugend zu behandeln, ohne dass es einen konkreten Vorfall gab. Dazu gehören beispielsweise die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Stereotypen in Geschichte und Gegenwart sowie die Vermittlung von Wissen über Antisemitismus, dessen Funktionen und Auswirkungen auf die Betroffenen.

Was ist Antisemitismus?

In der Bildungsarbeit bietet die Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance eine wichtige Orientierung, um antisemitische Elemente in Aussagen und Handlungen im jeweiligen Zusammenhang zu erkennen. Dabei ersetzt sie jedoch nicht die notwendige Auseinandersetzung mit emotionalen Prozessen, individuellen Motivationen und Absichten. Ziel ist es, Lern- und Reflexionsprozesse anzustoßen, fehlerhafte Denkmuster aufzudecken und zu sensibilisieren. Wie die sehr allgemein gehaltene Arbeitsdefinition besser verstanden und angewandt werden kann, lesen Sie hier.

Funktionen des Antisemitismus

Um bestehende Denkmuster und Stereotype zu erkennen und dekonstruieren zu können, ist es wesentlich, sich mit der funktionalen Dimension von Antisemitismus zu befassen: Warum denken und handeln Menschen antisemitisch? Welche Funktionen kann Antisemitismus für Einzelne sowie gesellschaftlich einnehmen?

Intervention: Auf Antisemitismus reagieren

Beim Umgang mit antisemitischen Vorfällen steht der Schutz der betroffenen Person immer an erster Stelle. Ebenso wichtig ist eine klare und eindeutige Haltung der Lehrkraft: Antisemitismus darf nicht relativiert oder ignoriert werden. Danach folgt die Adressierung der VerursacherInnen sowie die Solidarität mit jenen, die sich gegen die antisemitische Tat oder Äußerung stellen und Haltung zeigen. Erst dann werden notwendige Konsequenzen gezogen. Eine gute Nachsorge sowie Schlussfolgerungen sollen nachhaltig wirken.

Erklärung zum Polizeieinsatz an der Gedenkstätte und im Museum Peršman am 27.07.2025

Wir, die Vorbereitungsgruppe für das „Erinnerungsjahr 2025 / Leto spominjanja“ als Initiative des Kärntner Kulturgremiums in Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung des Landes Kärnten / Pobuda Koroškega kulturnega gremija v sodelovanju z oddelkom za kulturo deželne vlade, sind entsetzt über den Polizeieinsatz an der Gedenkstätte und im Museum Peršman in der Gemeinde Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela am 27.07.2025.

Antisemitismus im Bildungsbereich – Prävention und Intervention

Antisemitismus ist eine Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, die in unserer Gesellschaft in hohem Ausmaß präsent ist und eine konkrete Alltagserfahrung und -bedrohung für Jüdinnen, Juden und andere von Antisemitismus Betroffene darstellt. Bildungsarbeit gegen Antisemitismus betrifft die Ebenen Prävention – insbesondere als werteorientierter Unterricht – sowie die Intervention bei Vorfällen. Antisemitismuskritische Bildungsarbeit spielt eine zentrale Rolle, um Vorurteile abzubauen, Empathie zu fördern und demokratische Werte zu stärken. Diese Themenseite bietet Lehrkräften einen Überblick darüber, welche Erscheinungsformen Antisemitismus annehmen kann und wie er sich erkennen und benennen lässt. Neben Hintergrundinformationen zum Thema finden Sie hier konkrete Hilfestellungen für Prävention und Intervention im Unterricht und der Schulgemeinschaft, Lehr- und Lernangebote sowie Fortbildungsangebote. Weiters gibt die Seite einen Einblick in nationale sowie internationale Standards der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus sowie Strategien, um Antisemitismusprävention im Bildungswesen zu stärken.

Rückblick: Zeitzeuginnen- und Zeitzeugenseminar 2025 – 80 Jahre (Zeit)zeugenschaft

Am 9. und 10. März 2025 fand das jährliche Zeitzeuginnen- und Zeitzeugenseminar in Wien statt, die österreichweit größte Fortbildung für Lehrpersonen zu den Themen Zeitzeugenarbeit und Lernen aus und mit Lebensgeschichten. Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Kriegsendes widmete sich das Seminar der Rückschau auf 80 Jahre (Zeit)zeugenschaft sowie anknüpfenden Zukunftsfragen, über die Sie im folgenden Seminarbericht lesen und in Audio-Beiträgen hören können. Zum Vormerken: Das nächste Zeitzeuginnen- und Zeitzeugenseminar findet am 8. und 9. März 2026 in Wien statt.